Montag, 31. Juli 2017

Fantastische Galapagosinseln

Nach den letzten reiseintensiven Tagen in Kolumbien, gönnten wir uns (nach dem Grenzübertritt nach Ecuador) in Otavalo ein paar ruhige Tage. Obwohl die Umgebung mit all den Vulkanen und Lagunen extrem schön sein sollte um zu wandern, zogen wir es vor, die Seele etwas baumeln zu lassen.
Otavalo ist bekannt für seinen Markttag am Samstag wo nebst dem Viehmarkt (man weiss ja nie wenn man ein Lastesel braucht) und dem Gemüsemarkt auch ein Textilmarkt stattfindet. Die ersten beiden sind etwas ausserhalb vom Zentrum, der Textilmarkt nimmt nebst dem Hauptplatz auch diverse Strassen in Beschlag. Der Markt leuchtete nur so von all den grellen, natürlichen Farben. Ein Genuss für das Auge wo man nicht genug kriegen kann

Hier in Ecuador sind die Distanzen der einzelnen Destinationen angenehm kurz, so kamen wir nach einer kurzen Busfahrt bereits in Quito an. Quito wie auch Otavalo liegen auf ca. 3000m, dies ist bereits eine erste Aklimatisierung an die von uns geplanten Wanderungen. Irgendwie hatten wir von Quito eine andere Erwartung und diese Stadt, sie wird wohl nicht zu unseren Highlights gehören. Da Quito bereits südlich vom Äquator liegt, reisten wir mit dem lokalen Bus nochmals etwas nördlich zur Mitad del Mundo (Mitte der Welt). Aufgrund der Empfehlungen von anderen Reisenden, besuchten wir nicht die Hauptstätte, sondern einen kleinen Indio-Park nebenan. Nach einem kurzen Rundgang und einigen Infos zu den Kulturen, zeigten die Guides uns die "Eigenheiten" hier am Äquator. Ein Versuch mit der Schwerkraft, das Balancieren von einem Ei (die Spitze) auf einem Nagelkopf, sowie das Phänomen von dem sich drehenden Wasser beim Abfluss. Exakt auf dem Äquator sieht man keinen Wirbel, im Norden entgegen dem Uhrzeiger, im Süden im Uhrzeigersinn. Die Experimente klappten alle und wir können uns noch heute nicht ganz erklären wieso, da gemäss anderen Quellen der Äquator nicht eine genaue Linie ist, sondern eine Zone von ca. 5km. Auf jeden Fall ein gemütlicher Ort um sich etwas verwirren zu lassen :-)

Uns beschäftigte schon seit einiger Zeit die Planung von unserem Galapagosbesuch, da wir diesen vor Ort organisieren. Bereits für den Flug hatten wir ca. einen halben Tag benötigt, da die günstigen Flüge scheinbar nur mit einheimischen Kreditkarten bezahlt werden können..... Um die weit entfernten Tauchspots zu besuchen gibt es nur die 8 tägigen Tauchboote, wobei diese bei ca. 4-5000 CHF beginnen - somit auch keine Option für uns. Wir buchten dann in Quito eine Last Minute Tour für eine 5tägige Bootstour. Glaubt man dem Reiseführer sieht man so viel mehr von den Inseln.Bei den Last Minute Tours muss man halt nehmen was noch uebrig bleibt... so buchten wir eine First Class Tour, wobei das Bett und das Zimmer grösser schien als alles jeh zuvor - sogar als unser Zimmer zu Hause!!

Das Galapagosarchipel liegt vor Equador auf Höhe des Äquators und umfasst diverse Inseln. Vier davon sind bewohnt und bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten, wobei die Fähren zwischen den Inseln jeweils zwischen 2-3h (auf teils rauher See) benötigen.
Das Klima auf den Galapagosinseln wird von den Strömungen bestimmt. Momentan ist der kalte Humboldstrom aktiv und sorgt für eher kühlere Temperaturen und vor allem kaltes aber dafür futterreiches Wasser. Da wir ja wussten welche Inseln wir mit unserer Boots-Tour ansteuern werden, versuchten wir jene Tiere noch zu sehen, welche wir wahrscheinlich nicht auf unserer Tour sehen werden. Bereits im Flieger vor der Landung wird man mit den Regeln im Nationalpark vertraut gemacht.
Diese beinhaltet u.a. einen minimalen Abstand von 2m zu den Tieren. Dies scheint auch nötig zu sein, da fast alle Tiere keine Scheu vor den Menschen zeigen. Es ist generell faszinierend wie nahe man den Tieren kommt und teilweise das Gefühl hat dass sich diese richtig in Pose bringen vor der Kamera. Wir wohnten die ersten Tage in Puerto Ayora (der grösste Ort auf den Inseln). Von da aus unternahmen wir einen ersten Ausflug auf die Insel Isabella. Bei einem Rundgang an verschiedenen Stränden sahen wir die Meeres-Leguane (wie so viele Tiere hier, einzigartig auf den Galapagos), Flamingos und ein Haufen der roten Lava-Krabben welche in Gruppen schon mal andere Tiere lebend verspeisen, jedoch auch Kanibalen sind.Beim Kajaking gingen wir noch schnorcheln, wobei die einzige Überraschung das ca. 19 Grad kalte Wasser war. Gesehen haben wir ausser einer Schildkröte nicht viel. Zurück auf dem Kajak sahen wir noch zwei Galapagospinguine (die werden nur ca. 40cm gross) sowie die ersten Blaufusstölpel. Da jedoch die Hin und Rückfahrt mit der Fähre alleine ca. 5h dauerte, entschlossen wir uns, kein weiteres Inselhopping zu machen.
Am nächsten Tag erkundeten wir das Innere unserer Insel mit dem Fahrrad (inkl. zwei Tage Arsch-Schmerzen..). Auf einer privaten Ranch kann man die Landschildkröten in freier Natur beobachten. Diese gemächlichen Riesen werden bis zu 250kg schwer (Männchen) und können ein Alter von 120 Jahren erreichen. Gemäss dem Ranchbesitzer leben ca. 4000 Tiere in dieser für sie perfekten Region. Für die nächsten zwei Tage hatten wir Tagestauchgänge vor Ort gebucht. Am ersten Tag gings nach Seymour (eine Insel im nördlichen Teil), wo die Chance bestand, Hammerhaie zu sehen. Eigentlich ist in dieser Jahreszeit Wahlhai-Saison, die werden aber viel weiter draussen gesichtet und sind nur mit der 8-tages Tauchtour erreichbar - so hofften wir auf die zweite Spezialität, die Hammerhaie. Das Wasser in Seymour war teilweise 18 Grad (brrr....). Die vielen Haie (Weiss und Schwarz-Spitz Riffhai), die Rochen sowie die vielen Schildkröten und farbigen Fische entschädigten aber gut für das kalte Wasser. Am zweiten Tauchtag in Gordon Rocks war das Wasser nochmals etwas kälter und wir hatten keine Sonne. Was uns aber in Errinnerung bleiben wird, sind die Hammerhaie welche wir in diesem Tauchgang zu sehen bekamen sowie auch eine Gruppe von 7-9 spotted Eagle-Rays (gepunktete Adlerrochen) welche unsere Tauchgruppe kreuzten.
Bereits mit vielen Eindrücken und einer gut gefüllten Kamera gingen wir an Bord von unserer First Class Tour. Das Boot aber auch der Service waren echt der Hammer, geschweige denn unser Zimmer!!! WOW! Diesmal haben die Bilder nicht zuviel versprochen (was sonst oft der Fall ist...) Dies war zudem einer der ersten Tage mit nahezu blauem Himmel. Nach einem Besuch des scheinbar schönsten Strandes in Galapagos und dem Sonnenuntergang am Kicker-Rock, fuhr das Boot über Nacht gemütlich zum nächsten Spot. Auf Santa Fe sahen wir die ersten Land-Iguana sowie ein haufen Seelöwen (wobei diese eh überall rumliegen), beim Schnorcheln begleiteten uns dann die Seelöwen auch nochmals. Als wir uns aufmachten zum nächsten Spot erblickte Katja einen Buckelwal mit seinem Kalb. Für uns beide war dies der erste Wal den wir sahen - ensprechend fasziniert waren wir von den Tieren.Auch mit dem Boot gingen wir nochmals nach Seymour, diesmal jedoch an Land. Es ist speziell zu sehen, dass die Vögel (Hauptsächlich Blaufusstölpel und Fregattvögel) hier in allen Lebenszyklen leben. Die Einen balzen, die anderen paaren sich oder brüten die Eier aus, wiederum Andere sind schon fast flügge. So sieht man in einem Rundgang die verschiedenen Lebenssituationen fast wie in einem Museum - hier aber live in der Natur! Am speziellsten sind die Fregattmännchen, welche ihre rote Brust aufblasen für das Balzverhalten. So ging es von Insel zu Insel. Sehen die Inseln vom Boot teilweise ähnlich aus, so sind diese dann an Land wieder völlig anders. Auf jeder Insel überraschte uns die Natur mit einem neuen Schauspiel welches wir vorhin noch nicht kannten.
Nach 5 Tagen an Board von einem absoluten gemuetlichen wenn nicht sogar luxuriösen Boot gingen wir wieder an Land. Völlig geflascht von soviel Natur mussten wir zuerst mal unsere Eindruecke sortieren um verarbeiten zu können.

Auch wenn dieser Trip wahrscheinlich etwas vom teuersten sein wird auf unserer Reise war er jeder einzelne Cent wert!

Liebe Gruess usem Naturparadies Galapagos
Katja und Silvan

ps: da wir von den Galapagos nur schweren Herzens die Bilder aussortieren konnten, gibt es diesmal einige Bilder mehr.

Bilder Otavalo

Bilder Galapagos


Freitag, 14. Juli 2017

Auf den Fährten alter Kulturen

Hallo zusammen,

wir sind gestern (Donnerstag) in Ecuador (Otavalo) angekommen und goennen uns heute einen Entspannungstag. Die letzten Tage in Kolumbien waren nochmal sehr eindruecklich, aber durch die vielen langen Busfahrten reisetechnisch auch recht anstrengend.

Von Salento aus sind wir ueber Armenia direkt nach Popayan gefahren. Das waren zwischen 8 und 9 Stunden Busfahrt. Die Busse sind zwar recht bequem, aber die Strasse, dafuer dass es die Panamerikana ist, zum Teil recht holprig. Popayan ist ein nettes und huebsches kleines Staedtchen, in dem man aber nicht so viel machen kann. Wir haben dort unsere grossen Rucksaecke im Hostel deponiert und sind dann mit den kleinen Rucksaecken weiter gereist nach San Augustin.
San Augustin ist zwar nur 130 km entfernt von Popayan, die Reisezeit betraegt aber aufgrund der schlechten Strassen dennoch ca. 6 Stunden. 2 Tage nahmen wir uns Zeit, um all die archaeologischen Ausgrabungsstaetten in San Augustin zu besichtigen.
Am ersten Vormittag ging es zu Pferd von Ort zu Ort. Fuer uns eine ungewohnte Art sich fortzubewegen, aber zwischendurch eine schoene Abwechslung. Die Pferde kennen den Weg und so muss man eigentlich nur drauf sitzen. Bei den schlammigen Wegen war es ohnehin die beste Art sich fortzubewegen. Leider hat es den ganzen Tag immer wieder geregnet, so dass der Schlamm aufspritzte und uns schon am ersten Tag einsaute. ;-)

Rund um San Augustin lebte zwischen ca. 3300 vor Christus bis ca. 14. Jahrhundert nach Christus ein Volk, welches aus grossen Vulkansteinen verschiedenste Figuren anfertigte. Diese sind heute noch rund um San Augsutin zu sehen. Die Statuen standen meist vor dem Eingang von groesseren und kleineren Grabstaetten, die ebenfalls zum Teil noch erhalten und zu besichtigen sind. Fuer mich beeindruckend ist immer wieder, was Menschen vor so langer Zeit bereits schon zustande brachten. Vor allem die gefundenen Ton- und Goldarbeiten sind so kunstfertig. Aber schriftliche Ueberlieferungen gibt es keine. Somit bleibt es im Dunkeln, was es fuer ein Volk war und warum es verschwand. Man geht davon aus, dass es das Volk schon nicht mehr gab, als die Spanier auf den Kontinent kamen.
Am Nachmittag nach unserem Ausritt schlossen wir uns mit 2 anderen Reisenden (eine Franzoesin und ein Belgier) zu einer kleinen Gruppe zusammen und buchten eine 3stuendige Fuehrung durch den archaeologischen Park. Obwohl unsere Fuehererin sehr informativ war, schienen uns einige ihrer Theorien sehr weit hergeholt. So zeigte sie uns eine Steinlandschaft mit kuenstlich angefertigten Steinbecken und herausgearbeiteten Figuren, welche unsere Welt bzw. Pangea darstellen sollte. Auch Atlantis zeigte sie uns und den Kontinent Lemuria. Der Austausch zwischen den Kulturen fand ihrer Meinung nach ueber die Landbruecken Lemuria und Atlantis statt, deshalb gibt es Figuren in San Augustin, die stark an Aegypter erinnern ... Ich habe die Aehnlichkeit nicht sehen koennen. Auch den Einfluss von Ausserirdischen zog sie in Betracht. So wurde die Fuehrung gegen Ende immer lustiger, da vor allem Silvan und Floris (unser belgischer Reisebegleiter) anfingen, die Figuren selbst zu interpretieren und eigene Theorien aufzustellen. Unsere Fuehrerin fand das gar nicht so lustig. Sie meinte dann zu Floris, dass Silvan wohl gar nichts glaubt.
Am zweiten Tag waren wir den ganzen Tag mit dem Jeep unterwegs zu den weiter ausserhalb liegenden archaeologischen Staetten. Mit dabei war auch wieder Floris, unsere belgische Reisebekanntschaft, aus der sich langsam eine kleine Freundschaft entwickelte. Wir verbrachten einen lustigen Tag, sahen aber nicht mehr so viel Neues. Aufregender war die Fahrt mit dem Jeep durch die schlammigen Strassen, in denen wir immer wieder drohten, stecken zu bleiben. Aber unser Fahrer hatte das Auto gut im Griff.
Mit Floris zusammen reisten wir von San Augustin weiter nach Tierradentro, wo ein kolumbianisches Urvolk lebte. Man nimmt an dass es dort zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert nach Christus ansaessig war. Auf dem Weg gesellten sich noch ein Englaender und eine Polin zu uns, so dass wir als 5koepfige Gruppe reisten.

Die Ausgrabungsstaetten in Tierradentro zaehlen zu den wichtigsten und beeindruckendsten in Kolumbien. Das Urvolk hat zahlreiche grosse Hoehlen gegraben, die als zweites Grab dienten. Die Hoehlen sind ausgeschmueckt mit Wandmalereien und Steinmetzarbeiten. Jede Hoehle erinnert an ein Haus mit Dachbalken, Tueren und Verzierungen. In einem Grab gibt es verschiedene Nischen. Man nimmt an, dass eine Nische fuer eine Familie eines ganzen Familienstammes war. Starb jemand, hat man ihn in ein erstes Grab gelegt mit saemtlichen Grabbeigaben. Nach ca. 5 Jahren entnahm man die Knochen aus dem ersten Grab, verbrannte sie und gab die Asche in eine Urne. Um so groesser die Urne war, desto aelter war der Mensch. Die Urne wurde dann in das zweite Grab (Hoehle) zu den anderen Urnen gestellt. Die Hoehlengraeber sind sehr kunstvoll angelegt und ueber steile Treppen erreichbar, die immernoch original sind - einfach ein bisschen befestigter fuer die Touristen. Wir konnten die Gegend selbst zu Fuss erkunden. An jeder Staette war ein Aufseher, der die sonst verschlossenen Grabanlagen fuer uns oeffnete und noch etwas darueber berichtete.

Am naechsten Tag wollten wir zurueck nach Popayan reisen, doch unser Hostelbesitzer sagte uns, dass die Strasse nach 4km in Richtung Popayan von Indigenen blockiert wurde und keine Fahrzeuge passieren koennen. Er meinte aber, dass man die Strassenblockade evtl. zu Fuss ueberqueren kann. Der erste Bus sollte 6.30 Uhr abfahren, kam aber nicht. Viertel vor sieben konnten wir uns hinten an den lokalen Schulbus "haengen" und die 4km bis zur Strassenblockade mitfahren. Auch der Schulbus durfte nicht passieren. Silvan fragte die Einheimischen, ob man durch die Blockade durchlaufen kann und als diese uns das mit "Ja" bestaetigten, gingen wir langsam auf die Indigenen zu. Diese hatten Holzblockaden und brennende Faesser aufgestellt. Sie hatten einst eingewilligt, dass eine Strasse durch ihr Reservat gebaut werden darf mit der Bedingung, dass soziale Projekte fuer sie realisiert werden. Die Strasse ist weit fortgeschritten, aber die sozialen Projekte wurden scheinbar nocht nicht aufgegleist. Deshalb die Strassenblockade. Sie liessen uns zu Fuss durch und auf der anderen Seite konnten wir dann einen Transport zurueck nach Popayan nehmen. Wir waren froh, denn die Alternative waere ein ca. 12 stuendiger Umweg gewesen.
Als wir sahen, dass wir auf dem Weg nach Popayan nahe an Silvia vorbei fahren, entschieden wir uns kurzerhand, dort noch vorbei zu schauen. Es war Dienstag und im Reisefuehrer hatten wir gelesen, dass dienstags immer ein lokaler Markt stattfindet. Also nutzten wir die Gunst der Stunde. Der Markt war aehnlich wie die, die wir schon gesehen haben. Imposant sind immer die Indigenen in ihren Trachten, die dort einkaufen und verkaufen. Auch einen leckeren Zwischensnack fanden wir auf dem Markt - vegetarische Empanadas fuer umgerechnet 7 Rappen das Stueck und mit Kaese ueberbackene Kartoffeln. Wir genossen noch etwas die Atmosphaere auf dem zentralen Platz in Silvia, wo sich viele Indigene ausruhten und zum Teil ihren Handarbeiten nachgingen.
In Popayan blieben wir noch eine Nacht. Damit beendeten wir unseren etwas mehr als 6 Wochen dauernden Aufenthalt in Kolumbien und reisten ueber Ipiales nach Otavalo (in Ecuador). Am Samstag findet hier der woechentliche Markt statt, der die ganze Stadt einnimmt. Den Markt soll es schon zu Inkazeiten gegeben haben. Er gilt im Reisefuehrer als eines der Highlights in Suedamerika. Es werden Tiere, Gemuese, Obst, Schmuck, Kleidung usw. gehandelt. Schade haben wir kein Platz fuer Souvenirs ...
Der aktuelle Plan ist, noch 2 Tage in Quito zu bleiben und am Mittwoch in unser Galapagosabenteuer zu starten. Wir sind sehr gespannt.

Wir haben gelesen, dass es in Europa einen Rekordsommer geben soll. Wir wuenschen allen wunderschoene, sonnige Sommertage und senden liebe Gruesse aus der Ferne.

Bis bald, Silvan & Katja         Bilder

Dienstag, 4. Juli 2017

Von der Karibik in die Kaffeeregion

Hola muchachos

Mittlerweile sind wir ins Hochland von Kolumbien gefluechtet wo die Temperaturen tagsueber doch noch fast 30 Grad erreichen (auf 2000m Hoehe) in der Nacht jedoch auf angenehme Werte sinken, wobei man gut schlafen kann. Zudem gibt es hier fast keine Muecken, was schon fast an Luxus grenzt!
In Taganga an der Karibikkueste liessen wir es uns sehr gut gehen, so fanden wir sehr leckere Restaurants wobei das Patcha Mama absolut leckere Rindsfilet hatte, wie man es auch in der Schweiz selten findet! Hier jedoch zum Preis von 10CHF. inkl dem Bier.
Angetan von der Karibik sind wir dann noch zu einem weiteren Strand gezogen. Da es hier jedoch keine Unterkuenfte mehr gab, verbrachten wir eine Nacht in der Haengematte. Was fuer die Einheimischen normal ist, endete fuer uns in Rueckenschmerzen und einer unangenehmen Nacht. So verliessen wir den Strand nach dieser Nacht Richtung Cartagena.
In Cartagena liessen wir uns in einer schicken Unterkunft nieder - mit Whirlpool auf dem Dach (bei 30 Grad in der Nacht!).
Leider mussten wir jedoch festellen (vor dem schlafen), dass wir (also Ich...) nicht im reservierten Hostel eingecheckt haben....
So mussten wir das Bijou wieder verlassen sonst haetten wir doppelt bezahlt.
Hier an der Karibikkueste stelle ich immer wieder fest dass mein Koerper mehr schwitzen kann als ich Wasser trinke... auch bei einem Wasserverbrauch von vier Liter ist das sicher bis zum Mittag alles schon wieder verschwitzt!!
Cartagena ist eine der aeltesten Kolonialstaedte in Suedamerika. Diese Stadt war der Hauptort wo die Spanier Ihr Gold verschifften - so war die Stadt auch fuer Piraten und Pluenderer ein gern besuchter Ort.
Beim letzten erfolgreichen Ueberfall der Franzosen Ende des 17Jhd. soll die jemals groesste Beute ueberhaupt gemacht worden sein. Die Verteidiger waren sich so sicher mit Ihrer Festung, dass diese nachlaessig wurden und aufgrund dessen den Kampf verloren haben.
Nebst dem schoenen Castillo San Felipe besitzt Cartagena eine wunderschoene Altstadt welche teilweise wie im Bilderbuch daher kommt.
Nachdem wir versehentlich den Flug nach Medellin zwei Tage zu spaet gebucht hatten, nutzten wie die verbleibende Zeit um noch etwas am Playa Blanca auszuspannen (da Cartagena selbst keine Straende hat). Mit dem lokalen Bus und einem "Frack-Taxi" sind wir dann fuer ein Trinkgeld zum Strand gekommen, wo wir uns in einem kleinen Zimmer gleich am Strand  niedergelassen haben.
Am Abend erlebten wir ein Gewitter wobei ich noch nie einen so nahen Blitzeinschlag erlebt habe. Selbst nach dem Regen waren ueber dem Meer noch Stundenlang die Blitze zu sehen.

Die naechste Station war Medellin - jene Stadt welche vor noch nicht allzulanger Zeit eine der schlimmsten und gefaehrlichsten Staedte der Welt war.
Wie in jedem Ort fragt man bei der Ankuft nach der Sicherheitslage und wo man sich nicht bewegen soll.
Die Antwort war ganz einfach....tagsueber kein Problem und nachts am besten da wo Leute sind. Um es vorweg zu nehmen, Medellin war eine absolut geniale Stadt!
Man hoert oft Medellin habe keine wirkichen Sehenswuerdigkeiten - vergleicht man es z.B. mit Rio mag dies absolut stimmen. Das geniale an Medellin ist die Metro mit all den Seilbahnen welche man fur 70Rappen uneingeschrankt nutzen kann bis man aussteigt. Man kann verschiedene Orte durchstreifen und fuehlt sich immer irgendwie sicher. "bienvenido a Colombia" hoert man oft von Leuten ohne das sie irgendetwas verkaufen wollen, sondern weil es einfach ernst gemeint ist! Man wird angesprochen einfach nur um zu reden und jedes mal wird man herzlich willkommen geheissen und die Leute sind voller Stolz auf IHR Land. Stellt man sich vor, dass hier noch vor 20 Jahren in den Strassen gemordet wurde und die Drogenmaffia die Stadt fest in Ihren Haenden hatte, so gleicht das heute fast einem Wunder dass diese 3Mio Stadt so freundlich daher kommt. Die free Walking City Tour (eine Stadttour welche von jungen Einheimischen gefuehrt wird) war fur uns das Highlight. Unser Guide - ein stolzer Paisa (so werden die Einheimischen hier genannt) zeigte uns "seine" Stadt. Er selbst floh aus Medellin als 17jaehriger nachdem er viele seiner Kollegen sterben sah und selbst angeschossen wurde.
Er brachte uns seine Stadt in einer Art und Weise naeher, dass wir einige male Huenerhaut hatten beim zuhoeren. Vorallem die Geschichte der Metro - die Eroeffnung war 1995 in einer Zeit kurz nach Escobars Tod jedoch immer noch von Gewaltakten gepraegt. So symbolisiert die Metro eine Art Neuanfang fuer die Paisas.
Es ist speziell wenn man sieht in welchem Zustand die Stationen und Wagen sind, so findet man kein Graffity oder gekritzel auch Abfall sieht man niergends liegen. Fuer die Paisas ist die Metro der Neuanfang aus einem langen Buergerkrieg - und so waere eine verschandelung der Metro ein Angriff gegen die Freiheit der Paisas.
Einer der bekanntesten Drogenbarone war Pablo Escobar. Auch wenn auf seinem Grab noch Blumen liegen, sollte man bei Diskussionen nie seinen Namen verwenden. Vorbeilaufende Paisas koennten meinen das sein Name "verherrlicht" wird, was in einem Disput enden wuerde. Fuer die meisten Paisas ist Escobar ein verhasster Moerder der viel Leid ueber das Land und die Stadt gebracht hat.
Es ist unvorstellbar, um wieviel Geld es da ging. Da das Geld nicht gewaschen werden konnte (in der Menge) wurde viel Geld vergraben oder in Zwischenmauern versteckt.
Bei einem Hausabbruch wo ein hoher Drogenboss wohnte, wurden 43 Mio USD gefunden. Das alte Haus von Escobar sollte nach dessen Tod von der Polizei genutzt werden. Man sagt, dass viele von den ersten Polizisten sich in den Ruhestand begeben haetten - wahrscheinlich fanden diese im Haus noch gewisse "Reserven".

Von Medellin gings weiter Richtung Sueden wo wir in der Kaffeeregion in Salento unser Lager aufschlugen.  Kolumbien ist der drittgroesste Kaffeeproduzent. Bei einem Rundgang in einer Kaffeefinca wird einem alles erklaert, vom Setzling bis zum Kaffeemahlen. Diese Region liegt zwischen 1600 und 2000m, in diesem ganzjaehrig-stabilen Klima laesst sich der Kaffee zweimal pro Jahr ernten.
Angetan von der "schweizerischen" Berglandschaft unternahmen wir heute noch eine Wanderung ins Valle Cocora. Nebst der schoenen Landschaft sind hier die Wachspalmen zu bestaunen, welche bis zu 60m ueber die gruenen Felder ragen - und dies ca. 2500m ueber Meer.

Unsere Zeit in Kolumbien neigt sich bereits langsam dem Ende zu, bevor es weitergeht nach Ecuador.

En liebe Gruess usem Kaffiegge vo Kolumbie

Bilder

Montag, 19. Juni 2017

Ciudad Perdida

Hallo zusammen,

inzwischen sind wir in Taganga, an der Karibikkueste von Kolumbien und geniessen ein paar sonnige Tage hier.

Von Villa de Leyva aus sind wir nach Santa Marta gereist - hauptsaechlich um von da aus die Wanderung zur Ciudad Perdida (verlorene Stadt) zu machen. Silvan hatte so viel schon darueber gehoert, dass es sehr vielversprechend klang. Die Wanderung kann nur im Rahmen einer Tour gemacht werden und dauert mindestens 4 Tage. Da momentan immernoch Nebensaison ist, fanden wir schnell einen Touranbieter. So ging es auch schon einen Tag nach unserer Anreise in Santa Marta los.

Gefuehlt sind es in Santa Marta etwa 40 Grad, daher waren wir froh ueber den angebotenen Abholservice vom Hostel zum Tourbuero. Wir staunten nicht schlecht, als wir zu Fuss abgeholt wurden und der Guide half, unser Gepaeck zum Tourbuero zu tragen...

Mit kleinem Gepaeck ging es erstmal 1,5 Stunden in einem alten Offroader, der fuer unsere 10koepfige Gruppe Platz bot, Richtung Tayrona Nationalpark. Nach einem kurzen Stop und einem Hinweis, sich ab jetzt festhalten zu muessen, ging es nochmals eine Stunde eine holprige Dreckstrasse bergauf. Gut durchgeruettelt kamen wir in Mamey, einem kleinen Dorf und gleichzeitig Ausgangspunkt unserer Wanderung, an.

Nach einem reichlichen Mittag machten wir uns hochmotiviert auf den Weg. Geschaetzte 3 Stunden Wanderung lagen bis zum Nachtlager vor uns. Die Hitze und die Steigungen machten uns anfangs recht zu schaffen. Doch nach einer Weile haben wir uns daran gewoehnt. Die naechste Huerde waren tief schlammige und rutschige Wege. Jeder Schritt war gut ueberlegt und noch waren wir guter Hoffnung, dass unsere Schuhe einigermassen sauber bleiben und wir nicht ausrutschen oder stolpern.

Nach guten 3 Stunden kamen wir im Nachtlager an. Wie laecherlich kommt es uns heute vor, dass wir dort nach Ankunft unsere Schuhe geputzt haben... Das Nachtlager war ein kleines Paradies mit einem natuerlichen Pool in einem Fluss, wo wir baden und uns erfrischen konnten. Das haben wir sehr genossen - das war einfach genial - Natur pur.

Das Nachtlager bestand aus einem doppelstoeckigen Bettenlager - einfache Matratzen mit einem Moskitonetz darueber - funktional und ganz ok. Auch Duschen (kalter Wasserstrahl) und Toiletten gab es in jeder Unterkunft - ein Luxus, wenn man bedenkt, dass wir uns mitten im Regenwald befinden. Auch bekocht wurden wir reichlich und gut.

Am zweiten Tag hiess es 5 Uhr aufstehen und 6 Uhr Abmarsch. Bis zum Mittagsstop lagen ca. 4 Stunden Wanderung vor uns. Die Wege wurden eher schlimmer statt besser, so landete ich dann auch einmal im Matsch. Silvan hat das Bild leider oder zum Glueck geloescht ;-)
Am Mittagsstop erwartete uns wieder eine schoene Badestelle im kuehlen Fluss. Nach dem Essen ging es nochmal 4,5 Stunden bis zum Nachtlager, welches nur noch 1km und 300 Hoehenmeter von der verlorenen Stadt entfernt lag . Hin und wieder kamen uns Indigene (Volk der Cogi) entgegen, in weissen Gewaendern und teilweise sogar barfuss. Da kommt man sich schon irgendwie komisch vor - einfach fremd im Terrain.
Diesmal mussten wir auch einen Fluss durchqueren. Das Wasser war erfrischend und die Steine wie eine Fussmassage. Einzig die Stroemung ist etwas tricky im knietiefen Wasser.

Am 3. Tag standen wir wieder 5 Uhr auf und liefen 6 Uhr los. Wir durchquerten nochmals einen Fluss, so wie am Vortag, stiegen die 300m Treppen hinauf und dann waren wir da. Die ersten von ca. 200 Terrassen der verlorenen Stadt lagen vor uns. Unser Guide fuehrte uns innerhalb von 3 Stunden durch die ganze Anlage - die war viel groesser und weitlaeufiger als wir uns das vorgestellt hatten. Es war wunderschoen anzuschauen und wir hatten genug Zeit, uns umzuschauen und zu geniessen. Danach ging es zurueck zum Lager, wo wir nochmals ein erfrischendes Bad im Fluss nehmen konnten.

Nach dem Mittag traten wir dann schon den Rueckweg an. Ziel war der Mittagsstop vom Vortag. Dieser lag ca. 4h Wanderung entfernt. Kurz nachdem wir los liefen, fing es an zu regenen - so richtig schoener Platzregen. Ein kurzer Schauer, dachten wir. Doch der Regen hoerte erst am Abend gegen 19 Uhr wieder auf. So liefen wir 4 Stunden im Regen. Die eh schon schlammigen Wege wurden zu kleinen Baechen. Unsere Schuhe waren nach einer halben Stunde auch von oben nass und fuehlten sich an wie die Fuesslinge beim Tauchen. Durchnaesst bis auf die Unterhose kamen wir im Nachtlager an - im Wissen, dass die Sachen bei der Luftfeuchtigkeit bis am Morgen immernoch nass sein werden. Lecker ;-)

Zur Feuchtigkeit kamen noch die Moskitos, die unser Mueckenspray ignorierten und die Beine verstachen. Aber nach einer Dusche, das Schluepfen in trockene Sachen und einem heissen Kaffee, fuehlte sich die Welt wieder in Ordnung an.

Am Morgen von Tag 4, hiess es rein in die nassen Schuhe und Sachen und weiter laufen. Am fruehen Nachmittag kamen wir recht fertig in Mamey an, noch nicht wissend, ob wir die Wanderung jemandem empfehlen wuerden oder nicht.

Nach 2 Tagen Karibikkueste, verheilten Mueckenstichen und Erholung sowie geputzten und trockenen Wanderschuhen sind wir beide der Meinung, dass sich die Wanderung gelohnt hat. Es war trotz allem ein sehr schoenes Erlebnis mit vielen schoenen Eindruecken und netten Bekanntschaften. Vielleicht ist die Wanderung in der Trockenzeit einfacher, vielleicht nicht. Man muss sich einfach drauf einlassen.

Wir sind noch 2-3 Tage an der Karibikkueste und geniessen etwas die Sonne und das Meer. Auch 2 Tauchgaenge haben wir schon gemacht:

Tauchfoto 1

Tauchfoto 2

Ende der Woche geht es dann nach Cartagena und spaeter weiter nach Medellin.
Hier noch einige Eindruecke unserer Wanderung:  Fotos

Bis zum naechsten Mal.
Liebe Gruesse von den beiden Reisenden

Samstag, 10. Juni 2017

Si Señor

Buenos Dias

Das Wort "Si Senor" begleitet uns in Kolumbien. Wenn man mit den Leuten spricht dann kriegt man nicht nur ein "ja" sondern immer ein "Si Senor", kein "permiso" sondern "Perdon Senor" was immer sehr freundlich und sympatisch klingt.

Nach den ersten doch ziemlich ereignisreichen Wochen fanden wir in Bogota etwas Ruhe. Die Hauptstadt von Kolumbien liegt auf ca. 2600m, da kommt man doch schon mal ins Schnaufen wenn die Treppe laenger ist. In Bogota verbrachten wir ca. eineinhalb Wochen und die Stadt ist uns richtig ans Herz gewachsen. Unser Spanischunterricht ging von 9-13Uhr danach erkundeten wir die Stadt oder mussten unsere Hausaufgaben erledigen. Wie auch andere Grossstaedte gibt es hier eine gewisse Kriminalitaet. Wenn man sich jedoch die Einheimischen anschaut wie diese teilweise mit offenen Taschen oder dem Natel zur Haelfte aus dem Sack schauend herum laufen, dann ist man sich nicht so sicher ob sich diese auch der Gefahr bewusst sind. Mit etwas Achtsamkeit kann man jedoch auch ohne Probleme die oeffentlichen Verkehrsmittel benutzen. In unserem Viertel der Zona Rosa wurden wir kulinarisch absolut verwohnt - so gab es nebst feinen vegetarischem Essen auch eine riesige (und lekkere) Auswahl an anderem Essen. Wir hoffen dass dieser "Wohlstand" noch etwas anhaelt :-)
Am Samstag besuchten wir noch eine Salzkathedrale, welche in einem alten Salzbergwerk untergebracht ist. Dies soll eine der besten Sehenswuerdigkeiten Kolumbiens sein - ich hoffe doch schwer dass dem nicht so ist.
In der alten Salzkavernen wurden einige Kreuze angebracht und der Guide erzaehlte irgendwelche religioese Dinge welche wir nicht wirklich verstanden. Wenn ueberhaupt war die Grube selbst das Highlight....
Auf dem Rueckweg schauten wir dann noch den Chiampionsleague Final.
Die Bars waren rammelvoll und die Leute scharten sich um saemtliche TV-Geraete.
Als dann Cuadrado (ein Kolumbianer) eingewechselt wurde wurde es etwas laut - dieser flog jedoch 10 Minuten spaeter mit einer Roten Karte wieder vom Platz...
Bis anhin habe ich es immer verpasst Tickets fuer ein Fussballspiel zu kaufen.
Da aber nun das Hinspiel vom Halbfinal der kolumbianischen Liga in Bogota stattfand habe ich Katja davon ueberzeugt unsere Abreise um einen Tag zu verschieben. Das Spiel zwischen Bogota und Medellin (Millonarios - Atletico) ist ein Klassiker hier in Kolumbien.
Ruecksichtsvoll wie ich bin :-), habe ich Katja zuliebe Sitzplaetze gekauft. Nach dem wir ca. 200m angestanden sind fuer ins Stadion, fanden wir uns im Millonarios Fanblock wieder - 90minuten auf den Sitzen stehend, in mitten all den Emotionen....
Im Stadion gab es wahrscheinlich kein einzigen Medellin Fan (zumindest haette dieser sich nicht zu erkennen gegeben).
Vor dem Spiel wurde dann nebst der Nationalhymne noch die "Bogota-Hymne" gespielt und ueber unseren Koepfen wurde ein riesiges Transparent ausgerollt - Gaensehaut pur! Das war dann auch das Highlight - das Spiel endete 0:0 und das Niveau war grottenschlecht! Egal fuer mich war das ein absolutes Erlebnis.
Jetzt sind wir in Villa de Leyva, dies ist ein schickes kleines koloniales Staedtchen, bekannt fuer seine fosilen Funde. So haben wir uns ein noch nicht ganz ausgewachsenen, 110 Mio Jahre alten Kronosaurus angeschaut. Danach gings zu einer alten Kultstaette der Muisca (eine noch heute verbreitete Indio-Kultur) wo diese die Jahreszeiten mit Hilfe einer Art Sonnenuhr bestimmen konnten.
Heute war noch der lokale Markt auf dem riesigen Zentrumsplatz und am Abend wird noch der 445. Geburtstag der Stadt gefeiert - mal schauen wie die hier so feiern..:-)
Morgen gehts dann zurueck nach Bogota wo wir an die karibische Kueste fliegen werden.

Muchos Saludos
Katja und Silvan

Bilder


Montag, 29. Mai 2017

Die wilde Seite Brasiliens

Hallo Zusammen

Momentan schlagen wir uns mit Billigfluganbieter herum welche nach der Kreditkartenbelastung unter fadenscheinigen Vorwaenden die Fluege einfach wieder stornieren. So verbringen wir momentan etwas viel Zeit im Internet um neue Fluege zu buchen. Generell sind die Fluege in Brasilien ziemlich teuer, da halt auch die Distanzen teilweise recht weit sind.

Von Paraty gings weiter zu den Iguacu Wasserfaellen. Da wir momentan nicht in der Hauptreisezeit sind, muessen wir auch immer etwas mit dem Wetter planen.
So gingen wir erst zum Itaipu Staudamm welcher von Foz do Igaucu aus in ca. 20 Minuten mit dem Ortsbus zu erreichen ist. Fuer das Kraftwerk welches auf der Grenze zwischen Brasilien und Paraguai liegt, wurde eigens eine Zone geschaffen welche beiden Laendern gehoert. Das Kraftwerk produziert ca 80% der paraguanischen und 10% der brasilianischen Energie.
Wir buchten eine Rundfahrt mit dem Bus wo alles erklaert wurde. Da es in den letzten Wochen so stark geregnet hat, waren sogar die Notschleusen offen, um das ueberschuessige Wasser abzulassen.

Die lokalen Busse hier sind super, denn mit diesen kommt man nebst dem Flughafen auch direkt zu den Wasserfaellen auf der brasilianischen Seite. Steigt man vorne in den Bus hat es ein Drehkreuz wo man eine Pauschale von ca. 1.- bezahlt und solange fahren kann bis man aussteigt.
Als wir beim Busterminal durch die Busausfahrt auf das Peron wollten (Durchgang verboten) schickte uns ein Security wieder zurueck - obwohl wir bereits auf dem Peron standen. Er sagte uns auf Englisch lediglich, dass dies untersagt sei - da wir dachten dass dies aufgrund der fahrenden Busse untersagt war, konnten wir nicht verstehen da wir wieder durch die Busausfahrt das Terminal verlassen musste.
Dies taten wir dann auch, da er nicht mit sich diskutieren lies... Als wir dann beim Haupteingang die Eintrittsgebuehr bezahlen mussen, wussten wir auch wieso er uns umbedingt wieder rausschicken musste.
Obwohl ich mich mit spanisch meistens durchschlagen kann, ist portugisisch doch ziemlich anders vorallem die Aussprache, was ab und zu zu missverstaendnissen fuerht.

Um die Mittagszeit kam dann auch endlich die Sonne hervor - grad passend zur Ankunft an den Iguacu Wasserfaellen. Diese koennen sowohl von der brasilianischen (gute Uebersicht) sowie der argentinischen Seite (naeher bei den Faellen) besucht werden.
Die Wassermassen waren unbeschreiblich, man spuerte die pure Kraft der Natur. Da die Regenzeit beinahe zu Ende ist, hat der Fluss momentan wahrscheinlich am meisten Wasser vom ganzen Jahr - dafuer war das Wasser jedoch braun. Auf verschiedenen Plattformen kann man sich die Faelle anschauen, welche sich ueber 2500m Klippe verteilen und in unzaehligen einzelnen Faellen bis zu 80m tossend in die Tiefe stuerzen. Die Faelle sind waehrend der Regenzeit je nach Quellenangaben die groessten Faelle der Welt - eigentlich egal, wir haben einfach Gaensehaut wenn wir daran zurueckdenken.....

Fuer die argentinische Seite mussten wir zuerst ueber die Grenze mit all den Stempeln. Auf der Seite kommt man viel naeher an die Faelle ran und der Park ist viel weitlaeufiger, so verbrachten wir den ganzen Tag mit dem umherlaufen auf den meist kuenstlich angelegten stegen. Am Hauptfall - den garganta del diabolo (Teufelsrachen) steht man oberhalb vom Fall und schaut in ein scheinbar nicht endendes Loch wo die Wassermassen runter stuerzen und auch gleich eine Gischtfontaene hochschiesst.

Von Foz do Iguacu gings dann weiter ins Pantanal, eines der groessten Sumpfgebiete was ca die haelfte von Franreich oder der ganzen ehemaligen BRD umfasst.
Da wir im Vorfeld fuer eine 4 Tagestour etwa 1200$ pro Person zahlen sollten, haben wir beschlossen vor Ort nochmals die Anbieter abzuklappern.
Wie es der Zufall wollte, trafen wir am Flughafen zwei Deutsche an, welche von Joel, einem Anbieter, abgeholt wurden. Er nahm uns auch gleich mit ins Hostel.
Wir konnten dann kurzerhand fuer 700$ pro Person die Tour buchen.
Auch hier ist noch keine Saison und wir waren froh dass wir mit den zwei Deutschen und einem Neuseelaender die Tour teilen konnten.
Unser Guide (Rambo) guidet seit ueber 30 Jahren Leute ins Pantanal von Cuiaba aus.
Entsprechend konnte er uns alles bis ins Detail erklaeren.
Wir haben eine Jaguar Tour gebucht - die Chacen in dieser Jahreszeit dieses Tier zu finden liegt bei ca. 10%, da es noch soviel Wasser gibt und die Tier nicht auf die wenigen Fluesse oder Wasserloecher angewiesen sind.
Nebst der Raubkatze leben hier noch ueber 600 verschiedene Arten von Voegel, Kaimane, Wasserschweine usw.
Das Pantanal gehoert den Farmern welche hier Viehzucht betreiben - die Haziendas starten bei ca. 5-7000 Hektar Land, wobei jede Kuh (die Indischen Buckelkuehe) ca. 1.5Hektar fuer sich benoetigen. Unsere Tour beschraenkte sich somit auf die Transpantaneira, eine Dreckstrasse welche ca. 80km bis nach Porto Joffre geht wo die Strasse dann endet.
Es war absolut faszinierend wieviele Voegel sich von der Strasse aus erspaehen lassen. So tuckerten wir von Fotostopp zu Fotostopp bei gefuehlten 50 Grad in der Sonne. Zum Glueck hatten wir eine Plane als Schattenspender auf unserem Tuck.
Stoerche, Ibise, Jabiru (groesster Storch und Wahrzeichen vom Pantanal), Adler, Bussarde, Kaimane, Capybara (Wasserschwein), Schlangenhalsvogel, Emu, Eisvogel, Wasserbueffel usw. Der erste Tag war voller neuen und faszinierenden Eindruecken. Die Sonne war schon lange untergegangen als wir im Camp angekommen sind.
Vor dem Schlafen gab es noch einen Sternenhimmel zum traeumen....
In der Morgendaemmerung mit dem Boot auf dem Fluss gesaeumt von dichtem Dschungel in der absoluten Wildnis - ein absolutes Vogelparadies!
Die Zeit verging wie im Flug, immer wieder neues zu entdecken. Riesen Flussotter, Kaimane, Wasserpflanzen man wusste gar nicht wohin schauen. Von einem anderen Guide erhielten wir dann die Info wo sie einen Jaguar gesehen haben.
Fuer uns war dies schwer vorsellbar, da der Uferwald wie ein Vorhang wirkte und man nicht sah was sich dahinter verbarg. Doch tatsaechlich war da ein anderes Boot direkt vor einer Oeffnung im Vorhang wo der Jaguar ersichtlich war. Angetan und aufgeregt von dessen Ansicht haben wir ca. eine halbe Stunde damit verbracht dem Jaguar zu bestaunen wie er praktisch regungslos im Schatten lag. Wir hingegen schmorten auf dem Boot (ohne Dach) in der prallen Sonne.
Als wir dann zum Zmittag zum Camp zurueckkehrten, hies es, dass eine Anaconda mit einem Kaimanen kaempfte. Wir machten uns rasch auf um vor Ort einen Teich zu finden, wo sich die Anaconda drin befinden sollte. Selbst die Einheimischen welche im Fischerdorf lebten standen um den Tuempel. Unser Guide zog dann die Schlange aus dem Wasser - es war jedoch nur eine kleine ca. 4m lange Schlange welche ein kleinen Kaiman verspeist hat. Am Nachmittag gings dann nochmals auf eine Bootstour wo wir noch Affen sahen. Auf der Rueckfahrt gabs dann nochmals einen perfekten Sternenhimmel mit den Erklaerungen was wo ist - das Kreuz des Suedens wird uns wohl immer an dieses Abenteuer erinnern.

Nach der Tour verbrachten wir noch zwei Tage in Cuiaba bevors jetzt weiter geht nach Kolumbien - wer weiss vielleicht schreibt Katja den naechsten Eintrag auf spanisch?

En liebe Gruess
Katja und Silvan

Bilder



Donnerstag, 18. Mai 2017

Gruesse aus Paraty (Brasilien)

Wir sind jetzt etwas mehr als eine Woche unterwegs und haben das Gefuehl, schon eine kleine Ewigkeit weg zu sein. Bis jetzt ist alles prima aufgegangen und wir haben eine Menge neuer Eindruecke im Gepaeck. Ich war betreffend Sao Paulo ja im Vorfeld recht skeptisch, doch die Stadt stellte sich als sehenswerter heraus als erwartet. Mit der Metro konnten wir uns gut und sicher bewegen und auch in der Stadt selbst hatten wir ein gutes Gefuehl. Da Ayrton Senna in Sao Paulo aufgewachsen ist, besuchten wir zuerst den Ayrton Senna Park, im Glauben daran, dass es dort sicher ein Monument gibt von ihm. Auf der Suche nach dem Denkmal kamen wir an einer kleinen Autowerkstatt vorbei. Ein aelterer, vom Leben gezeichneter Herr sass etwas gelangweilt in einem Sessel und schaute nach draussen. Als wir rein schauten, begruesste er uns freundlich und hilfsbereit. Obwohl er nur portugiesisch sprach, konnte Silvan ein paar Worte mit ihm wechseln. Er hatte mega Freude, dass wir ihn nach Ayrton Senna fragten. Er selber scheint ein Freund von ihm gewesen zu sein und ist mit ihm in der Gegend aufgewachsen. Ein Denkmal gibt es dort aber nicht.
Als naechstes erkundeten wir den staedtischen Markt - ein grosses historisches Gebaeude in dem es Unmengen Lebensmittel gibt - Fleisch, Gemuese, Obst, Fisch, eingelegte Spezialitaeten, Kaese, getrocknete Lebensmittel, Oel usw.. Es ist bunt ueberall wo wir hinschauen. Zudem gibt es jede Menge Imbissstaende und Restaurants, die zum Verweilen einladen. Das taten wir dann auch.
Zu Fuss gingen wir weiter zum staedtischen Theater. Auf dem Weg dahin kamen wir durch Strassen, die wiederum gesaeumt waren von kleinen Spezialitaetenmaerkten, von Geschaeften mit Kleidung, Spielwaren, jenstes Partyzubehoer, Karnevalskostuemen, Schmuck und Menschenmassen - Trubel pur.
Wir bogen ab in eine Seitenstrasse und eine Ecke weiter standen wir in einer anderen Welt - im Geschaeftsviertel, wo sich die grossen Banken befinden und es ueberdachte Staende gibt, wo Geschaeftsleute sich die Schuhe putzen lassen koennen. Wenig spaeter kamen wir durch eine wunderschoen angelegte Parkanlage, die im Rahmen des Thaeterbaus angelegt wurde. Generell gibt es sehr viel Gruenflaechen in Sao Paulo.
Das Theater konnten wir besichtigen - ein sehr schoener Bau, der der Mailaender Oper nachempfunden ist und um 1920 erbaut wurde.

Von Sao Paulo aus nahmen wir den 11stuendigen Nachtbus nach Ouro Preto. Die Busse sind sehr bequem und sauber. An Board gibt es eine Toilette. Die Preise sind einheitlich und die Busse sind puenktlich. Zudem war der Busfahrer sehr nett, wuenschte uns beim Einsteigen eine gute Fahrt und kuendigte die Pausen an, die er unterwegs vor hatte. Im Vergleich zu Asien sind das Welten!

Unser Hostel in Ouro Preto war eine kleine Perle im Gruenen. Die Besitzer sind sehr tierfreundlich und stellen immer frisches Obst in den Garten. So konnten wir ueber 10 verschiedene Vogelarten (unter anderem Kolibris) und Makakenaeffchen beobachten und fuettern. Fuer mich natuerlich ein Highlight.
Ouro Preto selbst ist ein wunderschoenes Staedtchen mit vielen malerischen, historischen Haeusern und vielen extrem steilen und engen Kopfsteinpflasterstrassen. Ein Albtraum fuer jeden Fahranfaenger, da er an jeder Strasse am Berg anfahren muss. Kaum zu glauben, dass es Stadtbusse gibt. Die haben an den steilen Strassen recht zu schnaufen, aber dennoch kommen sie ueberall recht gut durch.
Ouro Preto ist eine Goldminenstadt. Hier wurden von 1700 bis 1820 ca. 1200 Tonnen Gold abgebaut und komplett nach Portugal verschifft.

Von Ouro Preto ging es weiter nach Rio. Dort angekommen war es gar nicht so einfach ein Taxi zu bekommen, denn unser Hostel befand sich zuoberst in einer Favela (Armenviertel). Die Taxifahrer wollten grad nochmal 20 Reais mehr nur fuer das Hochfahren... die wir dann aber doch nicht gezahlt haben. Nachher wussten wir aber, warum sich die Taxifahrer so straeubten. Als unser Taxi in die Favela abbog, haetten wir am liebsten grad wieder kehrt gemacht. Kaputte Haueser und jede Menge Muell saeumten die Strasse. An jeder Kreuzung fragte der Fahrer, hier? Und wir zeigten immer weiter hinauf - bis die Strasse zuende war.
Das Hostel selbst war dann aber recht freundlich eingerichtet. Wir konnten uns auch jederzeit sicher in der Favela bewegen und so gewoehnten wir uns recht schnell an unsere Location.
Rio ist so gross und facettenreich. Nach zwei Tagen Erkundungstour genossen wir noch einen Strandtag am Ipanema Beach. Leider waren die Wellen ueber 2m hoch, so dass man kaum richtig baden konnte. Es war dennoch ein Spass. :-)

Aktuell geniessen wir die Ruhe im malerischen Staedtchen Paraty. (Von hier aus wurde das Gold aus Ouro Preot nach Portugal verschifft.) Wir schreiben Tagebuch und machen die weitere Reiseplanung. Wie wir uns entschieden haben, gibt's dann im naechsten Blogeintrag zu lesen. 

Seid ganz herzlich gegruesst,
Silvan & Katja

Bilder von Sao Paulo, Rio und Ouro Preto

(wenn man mit der Maus ueber das Bild faehrt, sieht man die Bildbeschriftung)

Montag, 13. Februar 2017

Vorfreude ist die schönste Freude


Die Reisevorbereitung läuft....

Nach einigen Seiten Reiseführer lesen und immer noch keiner Ahnung wohin uns die Reise genau führen wird, buchten wir mal einen Flug nach Sao Paulo (Brasilien).
Einziger Grund dafür war der günstige Flugpreis. Nun überlegen wir uns alle möglichen Reiserouten mit der Gewissheit, dass es nachher doch wieder eine andere sein wird...😉

Los geht's am Montag 08.Mai 2017 im Morgengrauen.

Für all diejenigen die unsere Geschichten lesen möchten,
gibt es hier die Möglichkeit.

Plan im Kopf                                                                             Plan im Wohnzimmer